Ein altes Leitsystem auf neuen Wegen

𝗘𝗶𝗻 𝗮𝗹𝘁𝗲𝘀 𝗟𝗲𝗶𝘁𝘀𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺 𝗮𝘂𝗳 𝗻𝗲𝘂𝗲𝗻 𝗪𝗲𝗴𝗲𝗻 – 𝗥𝗲-𝗨𝘀𝗲 𝗮𝗺 𝗞𝗲𝗺𝗽𝗲𝗹𝗲𝗻𝗽𝗮𝗿𝗸 ♻️
Die Zwischennutzung im Quartier „AM KEMPELENPARK“ ist vorbei – Vorhänge, Schilder, Holzdielen und Möbel wandern jedoch weiter.

Das markante rote Leitsystem auf dem Karo-Grund findet zum Beispiel beim Kollektiv Kaorle am Otto-Wagner-Areal eine neue Verwendung, ebenso wie Lampen, Holzdielen, Vorhänge und Möbel. „As part of the temporary use activation by Kollektiv Kaorle, we aim to establish a practice that minimizes resource consumption in interim uses. Our approach is to consistently reuse materials, recover components from projects sites, and integrate them into new contexts. Through regular meet-ups, workshops, and hands-on deconstruction projects, we recover materials, share knowledge, and build a network that investigates sustainable building practices and circular processes — while continuously developing new strategies. Step by step, this creates a material cycle between projects: what is installed in one place is meant to live on in another”, beschreibt Timo Bogataj die Arbeit des gemeinnützigen, interdisziplinären Kulturvereins.

Bei den LaaerBergBauerInnen bekommen die ehemaligen Lärchendielen des Stegs rund um das Gelände als Teil der Pergola und als Hochbeete ein zweites Leben. Den Verein verbindet eine besondere und lange Geschichte mit dem Areal im 10. Bezirk: „Genau genommen unsere Gründungsgeschichte“, erzählt Irmgard Hubauer. „Die LaaerBergBauerInnen sind 2016/17 aus einer frühen Zwischennutzungsinitiative hervorgegangen. Daher gab es von Anfang an einen regen Materialfluss zwischen dem Kempelenpark und unserem Feld in der Löwygrube: von Gartenzaun, Werkzeug, Sitzbank bis hin zu Vogelhäuschen und Rosenstauden – viele Dinge haben, statt im Müllcontainer zu landen, hier ein zweites und manchmal, z. B. als Rankhilfe oder als Trittbrett zwischen den Beeten, sogar noch ein drittes Leben führen dürfen. Mit den Lärchendielen der ehemaligen Terrasse vorm Stadtteilbüro haben wir unsere Pergola wieder trittsicher gemacht und aus dem Holz der Tribüne im Park entstehen nun ‚feldhamstersichere‘ Hochbeete, die unser gärtnerisches Zusammenleben mit den geschützten Tieren erleichtern sollen.“

Für uns ist die Weitergabe und Wiederverwendung von Ressourcen ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Projektentwicklung. Kreislaufwirtschaft bedeutet nicht nur, Vorhandenes so lange wie möglich in Gebrauch zu halten, sondern auch, Materialien in neue Kontexte zu integrieren. Und manchmal bringt Re-Use dabei Menschen, Institutionen und Orte in Verbindung.

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Veröffentlicht am: 24. September 2026Tags: , , 372 Wörter1,9 Min. Lesezeit

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